Ostern an Aller und Örtze
(oder der Trend zum Zweitboot...)
Ein Reisebericht der Essener Faltbootfahrer
Fahrtenleiter: Christoph
weitere Teilnehmer:
 Renate und Gerhard mit Fredrik, Martina und Manfred, Brigitte und Hans, Jürgen, Brigitte, Wolfgang und Birgit
Wimpel

Trotz äußerst bescheidener Wettervorhersage machten sich etliche Unerschrockene unseres Kanuvereins vom Baldeneysee aus Essen an der Ruhr wie verabredet zu Ostern auf den Weg um ab Donnerstag die Celler Kanu-Wanderer in Altencelle zu besuchen. Teils wurde in Wohnwagen, teils in den Räumlichkeiten des Paddelvereins, teils sogar bei Bekannten vor Ort übernachtet. Schnell richtete man sich ein und verbrachte den ersten Abend in gespannter Erwartung der Dinge, die da kommen sollten...
Karfreitag, 21.03.08:

Bei eisigem Wetter aber ausgezeichnetem Wasserstand ging die erste Paddeltour zur Örtze von Eversen bis Winsen a.d. Aller (21 km) - für geübte DKV-Mitglieder bei ausreichendem Wasserstand auch zu dieser Jahreszeit erlaubt.

Ein  vielversprechendes, idyllisches Heideflüsslein durch Feld und viel Wald. Eigentlich ohne größere  Probleme fahrbar, wenn da nur nicht der halbe Wald dank der Winterstürme noch quer im Bach  rumgelegen  hätte. Dieser bescherte den Wagemutigen ungezählte (12) Umtragen der  abenteuerlichsten Art um und über  Wurzelwerk an den unmöglichsten Stellen. Und als ob das nicht  schon genug wäre, wurde das Ganze noch  durch ergiebige Schnee- und Graupelschauer ergänzt.

Auch waren die Kleinflussboote gegenüber den langen Wanderbooten  irgendwie im  Vorteil, fehlte es diesen in den engen Kurven doch etwas an Wendigkeit und sorgte so für noch mehr  Mühen. Aber dank Wanderwart - der allen überall und besonders an den kritischen Stellen mit Rat und Tat zur Seite stand - konnte die Kanu-Tour ohne Schäden an Mensch, Material oder Natur erfolgreich beendet werden.
Abends wurde den "Daheim-gebliebenen" und den "Nachzüglern" so lebhaft berichtet, dass diese nicht wußten ob sie froh oder traurig sein sollten, nicht dabei gewesen zu sein. Jedenfalls wurden - dem Wetter zum Trotz - unverzüglich Pläne für den nächsten Tag geschmiedet. Fast alle planten einen Bummel durch den unbedingt sehenswerten, historischen Stadtkern von Celle. Die Nachzügler Wolfgang und Birgit wollten nach den spannenden Erzählungen natürlich lieber paddeln, Burckhard (vom WSV Rheine, auch beim CKW zu Besuch und bereits seit ein paar Tagen dort) wollte gerne wieder mitfahren und Christoph hatte noch einige interessante Bäche anzubieten. Aufgrund der guten Wasserstände müsste die Wiehe fahrbar sein - sonst das Schwarzwasser in unmittelbarer Nähe...

Samstag, 22.03.08:
So teilte sich die Gruppe am Samstag und während die einen gemütlich frühstückten und sich auf die bevorstehende Stadtbesichtigung freuten, packten die anderen das notwendige "Winter-Paddel-Outfit" zusammen.

Erst wurde die Wiehe besichtigt: Unterlauf o.k., gut - ein recht schmaler Kanal... aber o.k., Wasserstand würde reichen...,   ca. 6 Kilometer flussaufwärts immer noch o.k., gut - der Kanal noch schmaler... aber o.k., Wasserstand würde reichen..., Oberlauf o.k., gut - der Kanal inzwischen so schmal, dass das Paddel steil geführt bestimmt noch neben dem Boot in's Wasser gepasst hätte... aber der Wasserstand würde reichen!
Neee, aber das muss doch jetzt nicht wirklich sein... Christophs Rechnung mit diesem Bach bleibt definitiv offen - er ist überstimmt, wir anderen wollen dann doch lieber zu dem anderen Gewässer!

Also Schwarzwasser ab Brücke Ummern/B4 bis zum KC Flotwedel (20 km) an der Mündung in die Aller. Ebenfalls kanalisiert - aber schon etwas breiter. Sicherlich auch typisch für die Gegend - aber idyllisch ist anders. Mehr Feld und auch kein Wald, dafür auf der Länge von 2 - 3 (gefühlten 10) Kilometern durchgängig tiefgewachsenes Gebüsch am, über und durch den Bach. Na, jedenfalls liegen keine umgestürzten Bäume quer - dafür ungezählte (17) Brücken bzw. Stege, die aufgrund des guten Wasserstandes nicht unterfahren und somit umtragen werden mussten. Lästig, aber ein Kinderspiel im Gegensatz zu Baumwurzeln...! Die eisige Kälte wurde uns jedenfalls nur während der kurzen Pausen und im Ziel bewusst. Völlige Übereinstimmung - den Bach nimmt uns keiner mehr (und wir müssen ihn auch nicht unbedingt noch einmal paddeln...)
Nächstes Mal die Wiehe.... falls der Wasserstand wieder stimmen sollte...
Abends wurde von den Celler Kanu-Wanderern ein ordentliches Osterfeuer entzündet, während wir bereits neue Kanutouren planten. Nach einem gemeinsamen ausgiebigen Osterfrühstück wollten die einen auf die Aller, die anderen auf die Lachte - was unseren Wanderwart in echte Gewissenskonflikte stürzte. Wollte er doch keinen ohne Begleitung fahren lassen, konnte sich aber auch unmöglich teilen... Na, erst mal drüber schlafen!

Ostersonntag, 23.03.08:
Bereits ganz, ganz früh am Ostersonntagmorgen schlichen etliche Osterhasen heimlich um die Wohnwagen und durch das Haus, so dass sich bis zum Aufstehen ansehnliche Mengen Schokoeier und ähnliches gesammelt hatte und die Frühstückstafel festlich und reichlich gedeckt war.

Nach dem gemütlichen Frühstück hatte sich Christoph dann entschieden. Die Lachte als Kleinfluss schien problematischer - also fuhr er dort mit und überließ die größere Gruppe mit furchtbar schlechtem Gewissen sich selbst bei der Paddeltour auf der Aller von Müden bis zu den Celler Kanu Wanderern (24 km).

Selbst bei dem sehr hohen Wasserstand gut fahrbar - und hier waren nun auch die langen Wanderboote die richtige Wahl. 

Bei herrlichem Sonnenschein eine wunderbare Fahrt ohne besondere Schwierigkeiten, bis auf das teilweise recht unruhige Wasser und die überspülten Umtragen an den vorhandenen Wehren. Hier konnte man dafür über die Böschung bzw. Wiese einsetzen, so dass auch diese Kanu-Tour ohne Probleme beendet werden konnte.



Auch die Befahrung der Lachte von Jarnsen bis in die Aller zum PK Celle (17 km) gestaltete sich problemlos. Bei bestem Wetter blieben keine Wünsche offen. Idyllische Landschaft, enge Kurven, flotte Strömung, mal ein Baum zum unterfahren, mal einer zum drüber rutschen und natürlich auch ein paar zum umtragen - aber bei dem Wetter eher eine willkommene Pause als ein Hindernis. Christoph sägte Äste und beseitigte Hindernisse so gut er konnte und entschloss sich diesen netten Bach am nächsten Tag noch einmal mit dem Rest der Truppe zu befahren.

Abends am Kanuverein wurde - ohne Rücksicht auf die Wetterlage - wie geplant die Grillsaison eröffnet. Und während ein paar ganz Hartgesottene draußen grillten, wartete der Rest der Truppe vergnügt im warmen Bootshaus auf das gegarte Grillgut als Ergänzung zu den reichlich vorhandenen Salaten. Wieder einmal wurde ordentlich gegessen... und was sonst noch so dazu gehört. Selbst Anna und Adriana kamen an diesem Abend mit ihrer Gastfamilie vorbei - Adriana mit unter einem Jahr noch kein echter Paddler und mit ihrer Mutter bei den in Celle wohnenden Paten zu Besuch - aber das "Winter-Grillen" als netten Abschluss dieser schönen Osterfahrt kann man sich ja schließlich keinesfalls entgehen lassen. Auch das Ziel für den nächsten Tag stand schnell fest:
Noch mal paddeln auf der Lachte, weil's so schön war und die Fuhse als problemloses Alternativ-Angebot.

Ostermontag,  24.03.2008
So ging es am letzten Tag nochmals zu der am Vortag für "gut fahrbar" befundenen Lachte von Lachendorf bis Lachtenhausen (9 km)
Leider war der Wasserstand zwischenzeitlich leicht gefallen, so daß Bäume die am Vortag noch gut "überrutscht" werden konnten heute dann doch umtragen werden mussten - aber nicht in dem Umfang der ersten Paddeltour auf der Örtze. Das Wetter bot gegen Nachmittag erneut Schneeschauer - aber zu dem Zeitpunkt waren alle längst schon wieder im Bootshaus versammelt.

Die Fuhse von Wathlingen bis zum Schulzentrum Celle (15 km) war völlig problemlos, lediglich eine einzige Brücke musste dank des guten Wasserstandes umtragen werden - dafür gab es flotte Strömung und freien Blick auf die umliegende Landschaft. Auch diese Fahrt konnte rechtzeitig vor Beginn der Schneeschauer beendet werden.

Damit endete nun für die meisten Vereinsmitglieder diese -trotz den widrigen Wetterverhältnissen- insgesamt sehr gelungene und abwechslungsreiche Osterfahrt. Die Pflicht ruft, der Alltag hat uns bald wieder - auf nach Hause zum Baldeneysee. Schön war es, einen herzlichen Dank auch an die 
Celler Kanu-Wanderer für die Gastfreundschaft.

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